„Setzen Sie beim Streit ums Sorgerecht auf
Profis, die etwas davon verstehen.“
Wir haben im Namen eines Verfahrensbeistands und einer Kindesmutter Verfassungsbeschwerde erhoben. Wir mussten uns dabei mit der Frage auseinanderzusetzen, unter welchen Voraussetzungen es rechtlich zulässig ist, den Aufenthaltswechsel eines Kindes von einem Elternteil zum anderen durch gerichtlichen Beschluss zu beschließen und zur Durchsetzung einer solchen Entscheidung staatliche Gewalt gegen die betroffenen Kinder anzuwenden.
Der Antrag des bisher nicht sorgeberechtigten Vaters nach § 1626a BGB muss bei der Kindesmutter und ihrem Rechtsanwalt zu größtmöglichster Obacht führen. Dazu muss die familieäre Situation intensiv hinterfragt und mit den gesetzlichen und prozessualen Gegebenheit eines familiengerichtlichen Verfahrens in Einklang gebracht werden. Unterbleibt dies, kann das zu tragischen Konsequenzen für die Kindesmutter führen wie der nachfolgende Fall eindringlich zeigt.
Das Kind war vom Jugendamt Langenhagen im Jahr 2014 als zweijährige in Obhut genommen worden. Es stand die Behauptung im Raum, die Mutter würde Alkohol konsumieren und sich nicht ausreichend um das Kind kümmern.
Der Wunsch des interkontinentalen Umzugs eines Elternteils stellt alle Beteiligten eine gerichtlichen Sorgerechtsverfahrens vor große Herausforderungen und endet nicht selten in einer familiären Tragödie. Vor der gerichten Stellung eines solchen Antrags ist umfassende professionelle Beratung dringend angezeigt, um schwerwiegende Fehler von Beginn an zu vermeiden. Der Wahl der richtigen Strategie kommt entscheidende Bedeutung bei.
Sorgerechtsübertragungen auf einen Elternteil zum Umzug ins Ausland werfen eine Vielzahl komplexer rechtlicher als auch tatsächlicher Fragestellungen auf, die es bereits vor der Antragstellung bei Gericht gut zu durchdenken gilt, um böse Überraschungen zu vermeiden.